Editorial

(St. Veith)

Ein Leben ohne Werte oder Wertmaßstäbe kann sich doch keiner vorstellen, selbst wenn diese zweifelhaft sind. Irgendwas bildet immer unser Rückgrat und selbst wenn das Ausbeutung Unterdrückung und auch Mord sein soll, wie in Diktaturen beispielsweise, die es ja immer noch gibt. Oder irgendein Mensch, der sich über einen anderen stellt um ihn zu quälen oder zu beherrschen. Wie kommt ein solcher Mensch dazu , das zu meinen machen zu können. Viele Menschen meinen das gut sein bedeutet, zu anderen Mitmenschen schlecht sein zu können. Ist das nur ein Überbein des eigenen verfügbaren freien Willens? Was kommt dabei raus wenn man das ergründet. Wird man dann selbst unterworfen, unterdrückt oder gemobbt. So viele gemobbte Menschen rennen alleine in Deutschland herum, unter Hitler wurde ein ganzes Volk zunächst freiwillig gemobbt, später unfreiwillig gequält und die Ausgestoßenen innerhalb des Landes nachweislich getötet. Wenn Löhne nicht gezahlt werden oder Menschen einfach unter Wert ihre Arbeit unter Ihren Chefs verrichten müssen, dann leiden diese wie früher. Leid kennt keine Abstufung, Tränen sind Tränen. Und ein Mensch verstößt immer gegen die Menschenrechte wenn er jemand absichtlich zu seinem eigenen Vorteil ausnutzt und übervorteilt. Gleichzeitig werden solche Menschen, die das mit anderen tun, im Geschäftsleben als gute Geschäftsmänner und Firmeninhaber angesehen. Im Lebenslauf taucht so ein Tun als durchsetzungsfähig auf. Als starker Mensch. Manchmal wird solchen Menschen das als Rückgrat ausgelegt.

Herr Roland Koch, tun Sie bitte dieses Mal alles, dass diese Attribute in diesem Sinne nicht auf Sie bezogen werden können im kommenden Wahlkampf. Viele Menschen in ganz Deutschland fürchten Sie an dieser Stelle. Haben Sie dem Dalai Lama eigentlich auch schon mal erzählt für was für ein Schwein Sie manche Menschen halten, dass Sie Rechte gebeugt haben, selbst die deutsche Geschichte nur um an der Macht zu bleiben. Sie können doch ganz anders, oder?

Wir von www.verrrueckt.de, wir sind da anders, wir gehen da hin wo es weh tut, auch wo niemand ernsthaft hin will. Denn manchmal ist das so: Wer retten will muss fühlen. Er muss auch spüren, wenn eine schleichende Destabilisierung des Rechts der Menschen innerhalb des Landes innerhalb der globalisierten Welt wie ein Virus sich verbreitet. Wie erkennt man den? In dem man Situationen immer im Vergleich wie ein Ranking gegenüber den anderen, auch sich destabilisierten Ländern sieht. Wir halten die Augen offen, auch die nächste Zeit und auch die nächsten Jahre. Dafür bürgen wir, und solange ich lebe sowieso.


Stefan Veith

Redaktorenkonferenz

Herr Rasche: Aloha der Herr.... Vier Wochen sind rum. Es folgt das Wort zum Dienstag. Ja viel hängen geblieben ist nicht in den letzten Tagen. Eva Herrmann aber schon. Die aber vielleicht schon länger!

St. Veith: Mann das soll dann aber schon schneller gehen Herr Rasche, haben sie vergessen welches Tempo ich bevorzuge? Konzentration ist das nicht und Genuss kommt nur durch Konzentration und die macht flüssig, fast schnell und hat Esprit. Lieben Sie, Herr Rasche das etwa nicht ? Probieren Sie es doch aus, Zack, das Leben ist zwar nicht schnell und muss auch nicht hektisch sein, aber es sollte erfüllen, oder etwa nicht, Herr Rasche?

Herr Rasche: Schön gesagt Herr Kollege, obgleich mir die Sache mit der Konzentration und der Flüssigkeit unklar erscheint .... Genuss durch Konzentration. Also Genuss durch Lazyness finde ich passender. Nur mit dem Erfüllten, da haste Recht!

St. Veith: Faulheit führt in die Sackgasse. Disziplin, Konzentration und ein strukturiertes Dressurreiten hält lange am Leben und führt zu Genuss und auch zu mehr Freizeit. Viele wollen erst faul sein und müssen sich dann sputen, dass sie sich überhaupt ernähren können oder mal einen Kaffeetrinken können.
Herr Rasche: "Be fast or be food", heißt es ja auch in der Flora .... aber mal was anderes. In den Clubs darf nicht mehr geraucht werden. Dafür müffelt es überall nach Schweiß. In zwei Wochen kommt deswegen die erste Deo-Dusche auf den Markt. Toll, nicht?

St. Veith: Nimm doch von Tschibo das Lavendelspray mit, das könnte doch dann der Knaller werden. Außerdem ist Schweiß ja auch nix schlimmes. Männerschweiß kann fantastisch riechen und erotisieren, und die Pillen schmeißt man dann schweißgebadet und trinkt einen Schnaps hinterher? Geil und was ist wenn einer inkontinent ist und das sind Raver oft, dann riecht es nach Pisse und bei den Mädels riecht man die Menstruation. Da dürfen nicht zu viele Metzger anwesend sein sonst gibt es bald die Clubblutwurst.

Herr Rasche: Clubblutwurst ..... schon patentiert? Ja inkontinente Raver sind schon ein Problem, das man auch mit der Dusche nicht beheben kann. Harte Zeiten für die Clubkultur! Na ja, aber der gemeine Raver an sich wird ja bald abgeschafft, spätestens wenn Jumpstyle durch ist! Die Holländer wieder - Jumpstyle in der Groove Tssssssssssss!

St. Veith: Das kenne ich nicht, was wollen die Holländer mit ihren Wohnwagen? In den Clubs, Gouda fressen oder was, sie sollten uns als Sexsklaven zugeteilt werden oder etwa nicht?

Herr Rasche: Ey Jumpstyle ist doch dieses Happy Hardcore Revival. Junger Mann sie lassen nach, diesen essentiellen Scheiß nicht zu kennen. Ansonsten habe ich zu den Käsköppen keine Meinung und holländischer Sex - Na ja! Da kämen ja ein paar andere Länder eher in frage. Nur haben die halt keine Wohnwagen!

St. Veith: Ich lasse doch nicht nach Herr Rasche, für solche Fälle habe ich doch Sie an Bord geholt. Sie sind jetzt meine Jugendfrische, Sie sind mein Atem des Lebens, Sie sind mein Hypealibi - das steht doch so im Vertrag. Ich finde wenn man zuviel auf der Tanzfläche macht, dann sieht das schnell nach Arbeit und Gymnastik aus und das führt doch unweigerlich zu Knochenbrüchen oder etwa nicht? Und dann kommt die Krankenschwester und gibt erste Hilfe und Mund zu Mundbeatmung.

Herr Rasche: Ja ja "Feierbein und Pöbelarm - Montags sind die Knochen lahm". Horror diese Bein-Verknoter. Ab und zu mal ein Ausdruckstanz, damit gehe ich D`Accord ... Aber ansonsten: Weniger ist mehr auf dem Tanzflur! So, dann suche ich jetzt auch mal ne Krankenschwester ... es wird Zeit Herr Kollege!St. Veith: Haben sie denn keine oder haben sie gar kein Liebesleben, na egal heutzutage belastet man sich ja kaum noch damit, man chattet, webcamt und holt sich einen runter, wie aber sollen dann die Deutschen aber mehr werden? Ich verabschiede mich von Ihnen, Herr Rasche. Sie sind großartig und feuern Sie nicht zu früh ab. Vielen Dank und bis zum nächsten mal Ihr St. Veith!

Herr Rasche: War mir ein mal wieder ein Fest. Horrido!

St. Veith: Wir geben uns halt wieder mal ein Zuhause.

Von Briten und Quittenschnitten

(St. Veith)


Ich gelte ja als sehr Britenfreundlich. Das hat damit zu tun, dass ich britische Musik mir als 10jähriger quasi erkämpfen musste, um sie hören zu dürfen. Dasselbe gilt auch für deren Krimis und lustige Filme. Auch liebte ich schon immer Ingwer, obwohl Quitten bzw. deren Gelee besser zum Briten passen als Ingwermarmelade, einfach wegen dem Aroma. Doch dafür nahmen sie dann ausserdem ihre Orangenmarmelade als Nationalsüssklebstoff zum aufs Watteweissbrot zu Schmieren, drunter natürlich versalzene Butter. Sie unterscheiden diese auch noch sprachlich von den normalen Marmeladen. Ausserdem fahren sie scheiße Auto, nämlich immer auf der falschen Seite und reiten ständig auf irgendwelchen Pferden hin und her und wetten dann drauf. Sie behaupten ja tatsächlich, den Fussball und die Monarchie erfunden zu haben, haben auch immer einen Beckham-Superstar und eine Königin, die aber nie stirbt. Mittags trinken sie alle Tee und verabscheuen Kaffee, wahrscheinlich regnet es dort zuviel. Wenn die grosse Erderwärmung kommt ist es bald aus mit ihnen, vorher essen sie noch ein blutiges Steak oder Fish and Chips. Sie sind darauf und auf vieles Seltsames sowieso sehr eingebildet und gelten allgemein als gewälttätig und ziehen gerne in unnütze Kriege. Sie exportierten sogar die blutrünstigsten Bastarde von ihnen nach Amerika und dort metzelten diese die Indianer und andere tot. Und diese Ex-Briten nennen sich heute USA und spielen sich noch heute als Weltretter auf, um andere Völker klein zu halten, auch auszubeuten.

Der jetzige Brite gibt sich vornehmer und gesitteter nach aussen und hat eine schlechte Presse und diese Journalisten benehmen sich entsprechend. Und halten vor allem sich als besonders schlau. Dabei sind sie grob und dumm. Der britische Journalist recherchiert schlecht, ist käuflich, ist Alkoholiker gibt vor hetero zu sein, um dann selbst sogar seine eigene Kinder in den Arsch zu ficken oder einfach totzuhauen. Trotzdem meint er Sittenwächter spielen zu können. Das wichtigste ist ihm und dem allgemeinen Volk aber der Skandal an sich. Die Briten haben also auch den Skandal erfunden. Mit Gott haben sie es nicht so, der Brite ist auch kaum fähig zölibatär zu leben. Deshalb gibt es da so wenig Katholiken, nur die minderwertigere Ausgabe des Christsein schleicht da rum, der Evangele. Deren Oberhaupt ist ausgerechnet die Königin mit ihrem verfickten Verwandten und Hofstaat. Also ist das Britenland doch erheblich gottloser als das übrige europäische Festland. Kein Wunder, dass es England bald nicht mehr gibt, zurecht.

Obwohl britische Musik war immer sehr gut gewesen. Wahrscheinlich ergibt diese seltsame Mischung Mensch in seiner seelisch gesungenen Form eine sehr interessante Variante von Kreativität wieder, Ungefähr so wundersam wie aus einem langweiligen Weisskraut ein Sauerkraut entsteht. Und gesund ist das auch. Auch war James Bond durchaus eine akzeptable, wenn auch typisch macho-gewalttätige Variante des britischen Saubermannes. Sinnlos gemordet wird da auch immer wie halt im richtigen Armee/Spionleben auch, und wie gesagt: Das besser sein als andere hatten die Briten immmer kultiviert, nicht die Amerikaner, die wie die Australier immer britisch sind und waren. Mann wenn man bedenkt wie sie rumgesprungen sind mit Mahatma Ghandi und seinen Indern, der hungerte sich dann zu Tode, kein Wunder bei deren Sturrheit. Arroganz und Dummheit kann man nicht umstülpen höchstens deren Pudding, den Plumpudding. Den Gipfel an Lächerlichkeit brachte man im Kampf gegen Argentinien, wegen 3 Schafen auf der Falklandinsel.

Was kam nach Lady Di? Der Irakkrieg, nachdem passierte zuletzt das unsägliche Maddie -Theater. Wahrscheinlich hat sie längst schon irgendeinem Oelscheich seit einem halben Jahr den Schwanz zu blasen. Kein Wunder, das können alle Engländer(innen ja ganz gut. Also früh übt sich wer ne gute Engländerin werden wird.

In diesem Sinne, God save the queen oder wie die Sex Pistols dem Swami in den Mund legten: "God shave the Queen." Und Quittenschnitten sind was ganz leckeres. Wenn man Quittenschnitten in Google eingibt findet man das entsprechende Rezept.


St. Veith

Geschichtsunterricht für Nachzügler

(Daphne Elfenbein)

09. November1 - das ist der Tag an dem die Mauer fiel. Seltsamer Weise kein Feiertag. Man weiß nicht, warum der Mann auf der Pressekonferenz sich verplappert hat und danach der Mob die Grenzübergänge stürmte. Vielleicht hat der die Nacht zuvor was getrunken und sein Sprachzentrum lag im Nebel. Jedenfalls ging sein Lapsus linguae in die Geschichte ein und 17 Jahre später wird es im Radio gesendet zwischen den Brandenburgischen Konzerten und der Wassermusik. Mich persönlich interessieren nur geschichtliche Ereignisse, die sich in Feiertagen manifestieren so wie der 03. Oktober zum Beispiel2. Was war da eigentlich? Das weiß keiner. Ich weiß nur, dass es seit dem 03. Oktober keinen 17. Juni mehr gibt. Schade eigentlich. Denn die Feiertage im Sommer sind dünn gesät und je mehr Tageslicht ein Feiertag hat, desto mehr hat der Mensch davon.

Um diese Jahreszeit sieht’s duster aus. Der Hund, der jetzt hinter dem Ofen hervor kommt und sich für etwas einsetzt, hat das Bundesverdienstkreuz verdient. Stellt euch vor, die Straßen sind dunkel und leer und unter den Laternen streunen Scharen von Hunden mit Bundesverdienstkreuzen um den Hals, wobei nicht jeder intelligente Hund bei einer Fußgängerampel stehen bleibt und die Botschaft der grünen Männchen versteht. Kein realistisches Bild also. Man sieht vielmehr in hochgeschlagene Kragen geduckte Leute, die, unterwegs in privater Mission, schwere Tüten tragen, mit zwei Flaschen und einer Fluppe im Mund um die Ecke biegen oder in ein unsichtbares Telefon hinein persönliche Botschaften vor sich hin murmeln. Zwei Schwule geben sich einen Abschiedskuss, eine Mutter belehrt ihr Kind über die Verkehrsregeln und beim Love Sex Dreams-Discounter in der Potsdamer Straße gehen die lila Leuchtreklamen an. Ein paar dunkle Orakel werden befragt, Horoskope für’s kommende Jahr erstellt. Nichts zum Berge versetzen, wie ein Bankunternehmen auf einem Werbeplakat großspurig vorgaukelt, das glaubt eh keiner mehr, eher eine Zeit zum kleine Brötchen backen und möglichst unauffällig seine Hausaufgaben machen. Unauffällig...

Denn die Polizei sperrt schon wieder die Straßen ab und hält Verkehrsteilnehmer an um die Fahrzeuge auf vorschriftsmäßigen Betrieb und Verkehrstauglichkeit zu prüfen. Zweirädrige und Vierrädrige. So kann man nur froh sein, unerkannt in den eigenen Hausflur zu gelangen und die Tür zum Privaten hermetisch hinter sich zu verschließen. Denn wen interessiert es noch, dass zwei Wissenschaftsministerinnen verschiedener Länder zu einem Pressefrühstück beim Vorstand zusammen kommen, um umfassende Reformen zu diskutieren? Fotografen herzlich willkommen. Unerkannt zu bleiben ist in diesen Zeiten von unschätzbarem Vorteil. Denn irgendetwas finden sie immer, diese preußischen Aufpasser, das reformbedürftig oder nicht vorschriftsgemäß ist. Sei es der Zeitpunkt, zu dem Mauern im genehmigten Ansturm erobert werden dürfen oder sei es das Zweirad, bei dem das Rücklicht flackert. Sicherheit geht uns über alles.

Wer aber erteilt uns die Erlaubnis, die Tür aufzustoßen und hinaus zu gehen und schamlos ein Gespräch mit den Umstehenden anzufangen? Erfahrungsgemäß ergreifen diese die Flucht, weil sie in der freundlichen Ansprache einen Verkaufstrick vermuten. Wer steht rum und redet über Gott und die Welt, hilft jemand, der bedürftig ist oder spielt mit ein paar Kindern Fußball? Wer schaut nicht auf die Uhr und lässt den Einkaufszettel fallen, die To-do-Liste und den 5-Jahres-Plan? Wer gibt den Kampf auf gegen den Schuldenberg und kapituliert vor den schriftlichen Aufforderungen zum Erbsenzählen durch die Behörden, die man heimlich schon Stasi- oder Nazi-Zentrale nennt. Vergessen das Gebot den Mund zu halten, um ja nicht aufzufallen wie ein bunter Hund, der irgendwo der staatlich verordneten Erziehung (respektive Kastration) durch die Lappen ging, der dem gnadenlosen System des Lach- und Sprechverbotes, dem Diktat von Ordnung und Sicherheit entschlüpft ist, der vielfach unterschätzten Notwendigkeit, eine rechts- und geschäftsfähige Person zu sein! Ha! Wir alle sind es! Wir sind das Volk. Nur haben wir’s vergessen. Vielleicht weil wir nicht mehr die gleiche Sprache sprechen und uns nur mehr durch Bellen verständigen. Egal warum. Ich für meinen Teil gehe jetzt auf die Straße, gekleidet in mein Blut…und ….



Daphne Elfenbein


1 9. November 1989 - Das SED-Politbüromitglied Günter Schabowski erwähnt auf einer Pressekonferenz scheinbar beiläufig, die DDR habe mit sofortiger Wirkung die Grenzen geöffnet. Wenig später stürmen Tausende DDR-Bürger über die Grenzübergänge. 28 Jahren nach ihrer Errichtung fällt die Mauer.

2 3. Oktober 1990 - Um 00.00 Uhr wird zu den Klängen des Deutschlandliedes vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die schwarz- rot-goldene Flagge aufgezogen. Hunderttausende feiern auf den Straßen Berlins und in vielen anderen Städten die Deutsche Einheit.

Gedicht des Monats


(St. Veith)

Oje oje oje
es war November und bald kommt Schnee

oja oja oja
stattdessen nach Dezember Januar

oh ne oh ne oh ne
es kam kein Schnee

so war es letztes Jahr
nicht wunderbar

und dieses Jahr wie krass
wars im Sommer furchtbar nass

jetzt ist schon wieder November, oh Graus
es hat Nebel und dieses Gedicht ist beschissen, fertig aus.


St. Veith

Der schützende Rollstuhl über Deutschland

(Niels Walker)

Es ist kalt geworden. Ein Sicherheitsmann stellt seinen Kragen auf und schließt den obersten Knopf seiner Jacke. Eine Fahrzeugkolonne fährt vor, aus einem Mercedes Transporter gleitet eine Rampe, der Sicherheitsmann blickt aufmerksam. Eine kleine Menge Leibwächter springt aus den Wagen, dazu noch einige Sekretäre. Der Sicherheitsmann wird nervös, es sind ihm zu viele Leute. In dem Moment rollt er hinaus: Der personifizierte Drang zur Sicherheit. Das deutsche Volk strebend nach Sicherheit, gegossen in eine einzige Person, das ist Wolfgang S. Ein Leibwächter springt herbei und schiebt ihn auf die Tür zu. Sie gleitet auf und die gesamte Entourage um die Sicherheit verschwindet im Gebäudeinnern, im warmen.

Die Sicherheit, sie ist angekommen! Ein kleiner Mann, 68 Jahre alt, blickt in den Saal. Er ist die Sicherheit. Die Sicherheit für uns alle. Der Leibwächter lässt von ihm los, er will Macht zeigen, Stärke! Er gleitet voran, Chrom blitzt von seinen Seiten, mit festem Händegriff drängt er vor! Wenn nicht ein Mann wie er den unerschütterlichen Schutz vor dem Bösen der Welt gut verkörpert, wer dann? Auf der Bühne kommt er zum stehen, sein Sitz aufgerichtet, er verschafft sich einen Überblick. Vor ihm blickt er in Gesichter von Achtung, Respekt und leichtem Spott. Aber er blickt nur in die Gesichter, nicht darüber hinweg. Dafür sitzt er zu niedrig, er kann wieder einmal nur die erste Reihe sehen. Ein kurzes Schmollen fährt durch sein Gesicht, doch vergräbt er es sofort wieder unter Entschlossenheit. Wenn ihm kein Überblick gelingt, dann wird er dafür sorgen. Wer in der dritten Reihe sitzt? Man wird es ihm sagen. Welcher Kellner in Wirklichkeit eine Pistole im Servierwagen versteckt hält? Er wird alles durchsuchen lassen. Welche Hostess eine Kampfausbildung hat? Er wird alle durchleuchten lassen. Und noch viel mehr. Wo des Kellners Pistole herkommt, wo die Hostess ihre Schuhe kaufte und welche Blattstärke die Taschentücher der verschnupften Dame am Empfang haben. Alles wird er herausfinden. Dank ihm ist all dies nur noch eine Fingerkuppenübung.

Er rollt ein wenig zurück, zieht die Fixierbremse an und stellt sich den Fragen der Menge. Sein Blick ist dabei starr und ernst. Was hinter den Fragenden lauert, das sieht er nicht. Doch er fürchtet es. Die Unwissenheit verbindet sich mit seiner Phantasie. In seinem Kopf entstehen Bilder von möglicher Gewalt, von Anschlägen, Bombenbauern und Entführern. Seine Gedanken rasen, es braut sich in seinem Kopf zusammen. Noch während er spricht sieht er vor Augen schon eine Entführung.
Doch nichts passiert. Sein Misstrauen wächst. Wenn er schon nicht sehen kann, was in einer Menschenmenge vor sich geht, so denkt er, dann sollte es die Menschenmenge am besten gar nicht erst geben. Er überlegt, er begründet vor sich selbst: In einer Menschenmenge ist keine Sicherheit, es kann alles passieren, Belästigung, Diebstahl, spontane Geiselnahme.

Die Menge vor ihm ist ruhig, viele schreiben, einige geben Handzeichen zur Wortmeldung. Keiner aus der Menge ist mehr frei. Damals 2008, hat er endlich den Informantenschutz aushebeln können. Jeder, aber auch jeder der dort vor ihm sitzt, steht unter seiner Beobachtung. Nicht nur von hier, von der Bühne aus, nein er überwacht inzwischen jeden von ihnen.
Auch wenn es nur noch die handzahmen sind. Die Hardliner und die Schnüffler gibt es nicht mehr (Schmunzelnd erinnert er sich daran, wie diese sich als "investigativ" verteidigten, er diese dann aber alle zermürbte und verbieten ließ.). Dennoch, die Menge gefällt ihm nicht.
Artikel 8 muss auch noch weg, denkt er sich. Erst dann ist endlich Sicherheit. Man müsse evolutionär denken. Artikel 8 muss weg.

Draußen bricht die Nacht herein, der Atem des Sicherheitsmannes kondensiert in der Luft. Er steht allein, es ist niemand zu sehen. Er patrouilliert am Gebäude entlang, dabei sieht er durch ein Fenster eine kleine Menge von Menschen, die aufgeregt miteinander diskutieren. In der Mitte der Menge sitzt ein älterer Mann im Rollstuhl. "Was die wohl aushecken?" denkt er sich und kehrt zu seinem Posten zurück.


Niels Walker



Swami Durchananda: "About this Schäuble thing"

Null Bock

(Daphne Elfenbein)

Ich hab keinen Bock! Obwohl 2007 ist und nicht 1976, wo ich anfing, keinen Bock zu haben. Zum Beispiel heute Morgen. Beinah hätt` ich einen Stadtarbeiter umgefahren. Der Mann stand mitten auf dem Weg, trug einen Lärmschutz und pustete mit einer amtlich genehmigten Dieselmaschine das Laub beiseite, das fest am Teer klebte vom letzten Regen. Ihr könnt euch vorstellen, wie erfolgreich er war mit seinem Höllenlärm. Hören konnte er mich ja nicht, wie ich mit dem Fahrrad um die Ecke fegte. Haarscharf wich er meiner Vollbremsung aus und guckte mich vorwurfsvoll an.

Im Übrigen bin ich dagegen, dass man Laub wegräumt im Herbst. Warum muss eigentlich immer alles weggeräumt werden, was so von oben kommt? Das Laub düngt den Boden, wenigstens da, wo er noch nicht von Asphalt erstickt ist, und der Wind macht so schöne Sachen damit, dass einem der November geradezu sympathisch erscheint.

Schade. Zu gern hätte ich meinem Chef heute früh erklärt, dass meine bedauerliche Verspätung unvermeidbar war, da ich einen Angestellten der Stadt Berlin umgefahren habe; für einen guten Zweck. Also ich bin pünktlich zur Arbeit gekommen und habe die Stadt Berlin in Ruhe gelassen. So bin ich halt. Trotzdem hab ich immer noch keinen Bock und lese erst mal die Zeitung.

Tod am Flughafen löst Debatte um Elektroschocker aus. Von mir aus.

Ich sehe mir lieber die Fotos vom Klassentreffen an, zu dem ich neulich gefahren bin. 25 Jahre Abitur. Lauter Teenager, die in die Jahre gekommen sind. Vertraute Gesichter, jetzt überlagert von einer 25-jährigen Schicht aus Verbissenheit, Eigensinn, vergeblicher Anstrengung, mühsam verhaltener Frustration und unmenschlicher Selbstbeherrschung. Gelegentlich bin ich selbst auf dem Bild, stets mit gefletschten Zähnen. War trotzdem ein schönes Klassentreffen, auch wenn die nach Amerika Ausgewanderten nicht dabei waren, nebst denjenigen, die auf Dienstreise in Shanghai waren. Man kann nicht alles haben.

Weiterhin, um mich vor Arbeit zu drücken und weil ich keinen Bock habe, lese ich dann doch den Artikel über den polnischen Einwanderer auf dem Flughafen in Vancouver, der von einer Elektroschockpistole getötet wurde, die man Taser nennt. Hat nun der Taser getötet oder die Hand, die ihn absichtsvoll führte? Oder war’s gar der Polizist, dem die Hand gehörte, die den tödlichen Taser führte? Lasst mich raten: Der Polizist war’s. Tolles Wort überhaupt: Taser. Klingt wie Laser oder Teaser. Teaser gefällt mir am besten. Das klingt wie Ärgern. Doch halt - das ist nicht Star Trek. Das ist eine Zeitungsnachricht, die von einer wahren Begebenheit spricht. Aber ich war ja nicht dabei; und wer ist schon auf dem Flughafen in Vancouver? Du etwa?

Ich muss an meine Abizeit denken (Oh ja! So weit bin ich schon, dass ich von meinen Erinnerungen zehre), wo wir pubertierenden Hitzköpfe die Welt verändern wollten und heimlich mit der RAF sympathisierten, wo doch der Christian Klar mit dem Bruder von Stefan zur Schule ging, gell? Wie wir besoffen auf Friedensdemos und Ostermärschen mit torkelten und uns unendlich mächtig fühlten.

Ich weiß noch nicht recht, ob mich die Geschichte mit dem Polnischen Einwanderer interessiert. Jedenfalls lese ich, dass die Waffe schon 46 Sekunden nach Eintreffen der Polizei eingesetzt wurde, obwohl sie nicht von dem Mann bedroht wurden… 68 Sekunden nach ihrem Eintreffen lag der Pole regungslos am Boden. Will sagen tot. Aber das schreibt die Presse nicht. Pfui so ein Wort. Tot. Regungslos, schreibt die Zeitung, lag der Pole am Boden, 68 Sekunden nach Eintreffen der Polizei. Zuvor hatte er einen Stuhl durch die Gegend geschmissen und nach seiner Mutter gerufen, die – und nun fange ich an zu fabulieren (das ist das Gute, wenn man nicht dabei gewesen ist) – Die Mutter wollte ihn also abholen in der Ankunftshalle. Wieder Vermutung: Nach fünf Stunden ist sie gegangen in der Annahme, dass der erwartete Sohn nicht in diesem Flieger war. Wie konnte sie ahnen, dass die Einreiseprozedur 10 Stunden dauern würde. Man muss wissen, dass eine polnische Mama für ihren Sohn etwas Heiliges ist und gleich nach der Jungfrau Maria rangiert, dass ein Langstreckenflug von Warschau nach Vancouver mit Warte- und Umsteigezeiten, sagen wir, 16-22 Stunden dauert. Man rechne die 10-stündige Einwanderungsprozedur mit pedantischen Kontrollen und peinlichen Befragungen hinzu und revidiere seine Auswanderungspläne.

Ich überlege, ob meine ehemaligen Schulkameraden, die ausgewandert sind, die gleiche nervenaufreibende Prozedur mitmachen mussten und ob sie deshalb nicht zum Klassentreffen gekommen sind. Aber nicht doch – das war vor 9/11. Damals war die Welt noch freundlich und im TV sangen Äffle und Pferdle den Bananenblues.

Doch zurück zu unserem Polen: Ob Pole oder nicht – die Wartezeiten und Einreiseformalitäten, verbunden mit dem unendlichen Misstrauen, das man ihm entgegenbrachte, zusammen mit einem geschätzten Schlafentzug von 32 Stunden, haben diesem Opfer den letzten Nerv geraubt. Außerdem beherrschte er die Landessprache nicht und vermisste seine Mama. Doch wen interessiert das auf den Flughäfen dieser Welt im Jahr 2007? Vancouver oder nicht. Hier herrschen Ordnung, Internationale Konventionen und eine Menge Ansichten, die sich unter dem Sammelbegriff Flughafensicherheit tummeln. Zum Beispiel, dass man nicht rumschreien darf. Da ärgern wir den gestressten Fluggast gleich mal ein bisschen mit dem Teaser – äh – Taser. Mal sehen wie viel er aushält. Der ideale Fluggast im Jahr 2007 ist widerstandsfähig bis zur Weltraumtauglichkeit.

Vielleicht aber – und wieder stelle ich Vermutungen an – haben die Bluthunde Angstschweiß gerochen und haben einfach zugebissen – bildlich müsst ihr sie euch in sauberen Uniformen und diskret aussehenden Stäben vorstellen, dazu noch mit extrem geringem Monatsgehalt.

Das ist das Schöne an meinen Vermutungen. Ich kenne die Hintergründe nicht. Ich hätte nur fast einen städtischen Laubfeger umgefahren heute früh. Fast gerät mein ohnehin niedriger Blutdruck in Wallung über diese Geschichte. Was wenn ich dabei gewesen wäre? Ich hätte den Jungs auf die Finger geklopft wie eine polnische Mama und ihnen den Teaser aus der Hand genommen. Schluß jetzt, das ist zu gefährlich!

Stattdessen sitze ich im Büro und schiebe erneut das Begleichen einer Rechnung auf. Kein Wunder. Es ist Montag. Ich hasse Montage und werde jetzt nicht anfangen zu singen „I don’t like Mondays“ – sonst muss ich euch noch die Geschichte von dem Amoklauf erzählen, an den ich – wer weiß warum - gerade jetzt denken muss. Es war auf einem Schulhof in San Diego im Jahr 1979. Ein 16-jähriges Mädchen schoss in den Schulhof und tötete 10 Menschen. Die Boomtownrats machten einen Welthit daraus. So kam der Amoklauf in Mode. Heute lieben wir ihn.

Na ja, Teenager sind gefährliche Druckdampfkessel. Wenn ich an meine Abizeit zurückdenke, wir waren auch ziemlich verwirrt und frustriert. Ein beliebter Schlachtruf war: Gebt mir ein Gewehr ich will in den Krieg!! Wir sind eben nicht Amok gelaufen, obwohl uns danach war. Dazu hatten wir zu viel Respekt vor denen, die am längeren Hebel saßen. Wir haben auf die eine oder andere Weise geduckt überlebt. Mehr durfte man nicht erwarten.

Unser Einwanderer in Vancouver war kein jugendlicher Amokläufer. Wurde er für einen gehalten? Es reicht ja schon ein lautes Wort, um auf einem Flughafen die Sicherheitskräfte auf den Plan zu rufen. Und die sind abgerichtet wie Bluthunde. Mit feinen Uniformen, vielen Regeln im Kopf und einem auf Angriff konditionierten Kleinhirn. Töten ist geläufig und sauber geworden, blutleer und legal. Im Namen von Gesetz und Sicherheit sind bereits 18 Personen nach dem Einsatz von Tasern gestorben. Aus gutem Grund. Sie haben die Flughafensicherheit gefährdet. Wisst ihr noch, wie der böse Bär in Bayern sterben musste, weil er – wie Bären nun mal sind - ein Schaf gerissen hat? Man hat ihm sogar einen Namen gegeben. Sind wir nicht lieb?

Also man müsste den Jungs wirklich auf die Finger hauen und das Spielzeug wegnehmen. Die haben das Verantwortungsbewusstsein von Teenagern und den gesunden Menschenverstand von Hunden. Und wenn sie noch so vertrauenswürdig oder Angst einflößend ausschauen in ihren Uniformen, je nach dem wie nahe ihr ihnen schon gekommen seid.

Als ich noch jung und rebellisch war, hat man oft vom zivilen Ungehorsam gesprochen. Es war eine gängige politische Praxis. Ich erinnere an die Startbahn West in Frankfurt oder an die Atomtransporte in Gorleben. Und dann war da dieser Michael Gartenschläger, der 10 Jahre im Stasi-Gefängnis saß, weil er als Kind einen Schuppen angezündet hat. Als die DDR bankrott war, hat sie ihn kurzerhand in den Westen verkauft. Von nun an montierte er an der innerdeutschen Grenze (wieder so ein Euphemismus) SM70 – Selbstschussanlagen ab und präsentierte sie dem Spiegel-Magazin und der ständigen Vertretung der DDR in Bonn.

Dieser Herr Gartenschläger war nun kein harmloser Fluggast. Der hatte nur eine Mordswut. Das reichte schon, um von Amts wegen ermordet zu werden. 1976 wurde der Staatsfeind noch mit Maschinengewehrfeuer durchlöchert, sehr laut und mit unappetitlichem Resultat.

Wisst ihr, Menschen tun eben nur, was sie tun müssen, wenn sie zu viel kriegen von der amtlich verordneten Verantwortungslosigkeit. Jeder hat da so seine Toleranzgrenze. Da unterscheiden wir uns wenig von den Tieren und das – fürchte ich – wird sich auch nicht ändern.

Unser polnischer Einwanderer nun, der am Flughafen in Vancouver zu Tode geteast wurde, ohne je Gelegenheit zum Entwickeln widerspenstiger Ideen gehabt zu haben, war ein einfacher Mann mit Symptomen von Schlafentzug und möglicher Weise noch einer pathologischen Mutterbindung. Mehr wollen wir diesem Feind von Sicherheit und Ordnung aber nicht anhängen, der den Flughafenbetrieb so empfindlich gestört hat mit seinem Ruf nach Mama, den niemand dolmetschen konnte. Den womöglich beschädigten Stuhl hätte man ersetzen können.

Die Zeiten ändern sich. So auch die Waffen. Wir leben in einer verdammt sauberen Welt und ich frage mich, warum ich noch immer null Bock habe, da mitzumischen. Vielleicht hätt’ ich den Stadtarbeiter heute morgen doch umfahren sollen…zur Erhaltung meiner Arbeitsfähigkeit.



Daphne Elfenbein

Es war abends und die Deadline wurde überschritten

(Herr Rasche)

Naja man kennt das zu Genüge. Täglich laufen irgendwelche Deadlines ab, andere wiederum werden nicht überschritten und sind deswegen ja noch irrelevant? Was? Ist denn die schon abgelaufen? Sehen Sie, warum sollte ich es also schon geschrieben haben.? Wir müssen uns überall stets und ständig dafür rechtfertigen, was wir wann, warum und wo getan haben. Gerne natürlich auch anders herum. Hast du schon? Wieso nicht, schau mal auf die Uhr, das hättest du schon längst abgeben sollen. Deadlines wohin man nur schaut. Ein Jammer, dass wir bei all den ach so wichtigen Deadlines vergessen, mit den uns von der Natur gegebenen Deadlines umzugehen. Die Deadline der deutschen Sprache scheint jedenfalls schon lange hinter uns zu liegen, das vermittelt uns das Wort Deadline schon relativ explizit, während wir es aussprechen. By the Way: Kein deutsches Wort trifft es aber auch so auf den Kopf wie eben jene "Todeslinie". Anyway, sie nerven gewaltig diese täglichen Deadlines und manchmal muss man sich deswegen auch gaaaanz tolle Mails zu schicken, um von seinem Gegenüber dann doch noch zeitnah ein paar Zeichen zu ergattern.


Herr Rasche



"Hinter den Kulissen" von "Es war abends und die Deadline wurde überschritten":

A.: "Hey Alder! Was ist denn los? Stefan macht sich sorgen, dass du den Text erst nach seinem Ableben lieferst. komm mal zu Potte... Deine Mudder?"

B.: "Ja!"A.: "Es gibt wirklich wichtige Leute in der Branche, die diese "Verrrueckt" aufmerksam studieren und du machst rum. Bleib doch beim Käseblatt und schreib weiter Partypuper-Texte."

B.: "Alter! Einatmen, ausatmen und locker bleiben. Dann kommen heute auch noch die Texte!"

A.: "Das scheinst du aber schon lange nicht mehr zu tun, du scheinst tot zu sein. Mach mal hin, Knallcharge."

B.: "Schneller Harry schneller!"

A.: "Komm, wir gehen ins Kronprinzeneck, du lieferst heute sowieso nix mehr. Nullnummer."

B.: "DEPP!"A.: "So bist du halt. Ich kenne dich gar nicht anders, warst du mal anders drauf? Stefan behauptet ja, man hätte sich mal auf dich verlassen können. Ich kann das nicht glauben, ich konnte mich bei dir nur auf eines verlassen: Deine Unzuverlässigkeit."

B.: "Stimmt - ich lasse dich ja täglich hängen. Ist klar!"

A.: "Versuch hier nicht abzulenken, du Hinterhof-Rhetoriker. Letzten Endes schadest du dir nur selbst. Entschuldige bitte, wenn ich dich davon abhalten möchte. Wenn es sein muss auch täglich. Schreib jetzt auf, was dir durch den kopf geht, erwähne mit keinem Wort Techno, Fußball oder Schach und garniere es mit irgendeinem Erlebnis aus den Frankurter Straßen. Wenn du dann noch einen roten Faden findest, bist du gut."

B.: "Amen."

A.: "Omen."

Vom Dunkelwerden oder wie plötzlich das Licht verschwand und wieder kam

(St. Veith)

Heute war so ein Tag. Zack plötzlich war es dunkel, ganz dunkel, denn hell war es heute nie, obwohl mal kurz die Sonne schien. Aeussere Dunkelheiten sind aber bei weitem leichter zu verkraften wie die innere. Weisst du, wie du dich fühlst, wenn du vielleicht alle Lichter deiner 6 Lampen im Zimmer eingeschaltet hast und es dadurch kein Deut heller ist? Die Augen erkennen kein Licht mehr, obwohl du nicht blind geworden bist? Eher stumpf, an den Augen zusammengekauert. Du willst eigentlich auch nicht aufstehen, weil du fürchtest, dass dir die Beine versagen. Dein Kopf springt nicht an. Du bist zwar gedankenlos, weisst aber auch nicht, wie du aus dieser Situation wieder herauskommst, weil dir im Kopf kein Konzept, kein Weg einfällt um dich vor diesem Nichts an Licht hinauszuhieven. Kein Witz lässt dich lachen, kein Gefühl erwärmt dich. Am liebsten würdest du einschlafen, um wenn dieser Zustand in einer Woche wieder vorbei ist wieder quietschvergnügt aufzuwachen. Wenn man depressiv ist, kann man sich nicht vorstellen, dass dieser Zustand sich wieder ändert. So fühlt sich eine Kriegsgefangenschaft an, die mein Vater in Südfrankreich erleiden musste. So und nicht anders. Das Morgen ist dir nicht auf die Stirn geschrieben, du empfindest: das Ende ist da, dein Ende. Und dann, bist du doch weg. Schläfst du? Träumst du? Nein du bist eher tot, wegegetreten und ganz und gar ohne Bewusstsein.

Irgendwann wachst du wieder auf, und merktest gar nicht, dass du eingeschlafen warst. Aber jetzt hat sich was in deinem Zustand bewegt, es hat sich was verändert. Du bist einen Schritt gegangen, obwohl es die Beine nicht waren, mit denen du gingst. Mitten in der Brust, dort wo die Seele sitzt, da an der Stelle ist in dir ein kleines Männchen aufgestanden und geht jetzt einen halben Meter vor dir voran. Gut denkst du, dem renne ich mal hinterher, der ist so klein, der kann keine grossen Schritte gehen. Aber schon nach wenigen Minuten merkst du, dass du wieder in Bewegung gerätst. Auf einmal ist dir nach Spazierengehen in der frischen Luft. Da es draussen dunkel ist, macht es ja nichts rauszugehen. So erkennt niemand, wie scheiße du aussiehst und wie sehr du noch am Boden schleifst. Aber Sauerstoff verleiht Flügel, nicht schnell, aber so nach und nach. Und deine Gedanken fangen an um irgendeine Sache zu kreisen, die dich interessiert. Etwas hatte dich gestern neugierig gemacht, bevor du müde, zäh und gelähmt wurdest, jetzt greifst du sie wieder auf: An welcher Stelle ergänze ich meine Wohnung, mache sie für die nächsten Jahre sterbefertig, das heisst möglichst lange attraktiv und schön wohnbar, möglichst bis zu deinem würdigen Lebensabschluss. Auf einmal denkst du dass du noch 10 Jahre lebst, und fängst für die Zeit an zu planen. Und da ich pragmatisch bin sage ich: Wo fange ich damit morgen an. Und dann baut sich auf einmal einmal eine Brücke zu dem heutigen Tag. Du kannst es jetzt nicht mehr abwarten mit der Fertigstellung deiner Wohnung zu beginnen. Du kommst am Rewe vorbei und kaufst dir Getränke für zwischendurch zum Auftanken, damit der spätere Schwung dann anhält, wenn du morgen mit deinem Tun beginnst. Morgen? Nachher noch eine Stunde, bevor du dann für uns 3 Wesen das Abendessen zubereitest. Aber eine Stunde Neuanfang muss jetzt sein. Denn die Kurve raus aus der Depression, die bekomme ich jetzt. Zuhause angekommen, ziehe ich mich um und zack bin ich praktisch. Und jetzt? Ich habe mich wie immer selbst aus dem Dreck gezogen. Hände und Arme sind zwar ohne Gefühle, aber ich benutze sie wieder wofür sie da sind: Für das praktische Gestalten und Tun,als Werkzeug unseres Geistes.


St. Veith

Ein Klang von ozeanischem Blau

(Daphne Elfenbein)


Flüchtig gestreift den Traum
Den halb geöffneten Stern die
Angedrückte Mimose
Die Honigbiene beiseite geräumt
Von einer betrieblichen Durchsage von Schnee
Der über die Glaswölbung rutschte
Hat mir die Sicht betrübt
Sah ich in schimmernde Augen, suchte …
Den Traum
da schaute ein hungriges Kätzchen
Ein Hörnchen mit warmem Schnee
Im Becher warmen Schnee
Von Minusgraden ausgedehnt
Über eisglatten Pfützen

Ich sag dir alle Farben
Über die Sprechanlagen des Herzens
Nämlich dass wir über das Ohr
Verbunden mit dem selbstklebenden Glück
Das überall pflanzbar und
Ohne nennenswerte Betriebskosten

ich werde nicht aufhorchen vom Buch der Träume
Bis alle Schlesischen Püppchen gestrickt sind
Mit klammen Fingern
Für einen Hungerlohn
Für eine Blutsverwandtschaft worin
Verhältnisse zum Himmel schreien

Doch heute, sing ich dem hohen Gericht
mit ruhiger Hand:
Ich hab das Unerhörte gefunden
In den Abflussrohren monumentaler Ankündigungen
Trieb es zum Ozean.
Etwas von Blau klingt noch nach
In den vormals verschütteten Gängen

dass dieses Lied niemals ende
das Drama des kämpfenden Herzens
der blitzenden Klingen, Gelächter, Geschirre
ich folge dem Schlachtlärm und finde
Höhlen, wo sie sitzen und singen
in die Tasten schlagen und Hörner stoßen
zur Meeresmusik

Und wenn auch nur wenige Ohren hören
Und Honig strömt in Stößen aus dem innersten Kern
Den dürren Ästen den Frühling zu bringen
Sanfte Übung der Wüste
Gesänge der Leere
Brechungen des Lichts auf
Gerippen, Geländern, Gesichtern
Die nach höchster Verpflichtung rufen

Und Freude auch über das Schließen
Von Kreisläufen, Pakten, Umarmungen
Und die Schneemassen gleiten hinab
Von den Helmen anrückender Truppen
Nie gesehene Tresore versinken in Husten,
bis Blut kommt, bis Blut sich Bahn bricht,
und auf den Ventilator trifft und
den Raum der Träume eintaucht
in ozeanisches Blau

keine verriegelten Türen mehr
durchtrennte Häute, erpresste Geständnisse
Versprechen, die nicht länger halten als einen Tag
ich weiß nicht wie lang ich schon singe
ich betrete den Raum der Träume und
höre immer das gleiche Lied
und sing aus den Meeren das Meine
und so fühle, erfahre und höre auch du,
dicht und ganz nah am Schnee
am Ohr der Liebe

(Das alles steht j e tz t in den Sternen,
wo Kalk aus den bröckelnden Rippen rieselt
und die Tage abtauen
unter dem Beben stampfender Motoren)


Daphne Elfenbein

Jesus und Maria!


(Niels Walker & St. Veith)


Jesus und Maria! Nach unserer appetitanregenden Vorschau in der letzten Ausgabe, hier ist es, das volle und ganze Leben des Christus!

Lange galt jede Schrift, jedes Haar und jedes Kindergartenbild des kleinen Jesus aus Nazareth verschollen. Doch inzwischen wissen wir durch die Forschung unseres Haustheologen: Es gibt sehr wohl Aufzeichnungen, nur sind sie verklärt und nicht anerkannt. Darum, bewundern Sie ab jetzt in einer einmaligen Serie, die unzensierte und komplett aufgearbeitete Geschichte vom Leben des Christus!

Seine Geburt, ungeschminkt und real. Sein junges Leben voller Fähigkeiten im Körper eines Kindes. Dazu alle Begebenheiten aus der Umgebung, ja soagr Marias Kleiderschrank ist uns nun kein Geheimnis mehr!

Denn auch die Eltern, stehen im Fokus unserer Recherche.

Folgen sie aufmerksam, lecken Sie ihre Finger für die folgenden Seiten, es lohnt sich!

Verrrueckt.de präsentiert stolz ab heute das wahre Leben des Heilandes!

Wir beginnen an einer bekannten Stelle, noch vor der Geburt des kleinen Jesus.


Es begab sich aber zu der Zeit, dass es kalt wurde im Lande. Maria und Josef erreichten des Nachts die Stadt Bethlehem und suchten Unterschlupf. Sie kamen unter im Gartenhäuschen des Markus, Bruder des Ikarus, Bruder der Molganta, Tante der Yoko, der Cousine 2ten Grades des Josef.

Maria war schwach, denn schwer wog das Kind unter ihrem Herzen.

[Im Bauch]
Wääääähhhh wäääääääh wäääääh, warum ißt die nix vernünftiges, immer Fladenbrot, schrecklich und immer dieser Wein am Abend , wenn der wenigstens gut wäre. Ich kreiiere für sie grad mal eine Blähung. Oh Gott diese Mission will ich nicht tun, oh Vater!

Maria: Autsch! [hält sich den Bauch, das Kind, dass die unter dem Herzen trägt hat sich bewegt] Josef! Josef! Hilf mir, es ist so schwer das Kind, und ich spüre wie es in mir weint!

Josef: [eilt herbei mit schnellen Schritt] Ach Maria hast du etwa schon Wehen , ich höre das Kind auch [Kind: Wääähen] schreien. Weisst Du, ich hätte es so gerne, das es von mir wäre, warum sprichst du immer vom heiligen Geist? Ich wollte es gäbe ihn und er würde mir erscheinen, dann hätten wir es beide leichter.

Maria: Josef! Du sollst nicht schimpfen über was der Herr mir gab! Bring mich zur Liege, ich muß schlafen, es wird auch schon Nacht. Oh Josef, das Kind, es ist so schwer.
[Josef benimmt sich unbeholfen und schaut ihr auf den Bauch]
Jetzt hilf mir schon! Und bring mir etwas Tuch, damit ich mein Haupt darauf betten kann!
[Josef eilt, bemerkt jedoch eine Karaffe Wein und schenkt sich einen Schluck ein. Maria beobachtet ihn mit funkelnden Augen.]

Das Kind: [Im Bauch drinnen] Ich bin der Star, lass mich hinaus , oh Herr!!
wääääähh, wääääh [brüllt]

Maria: Josef, es tritt, oh ich muß schlafen! Gib' mir etwas von dem Wein!

[Josef zögert]

Maria: [energisch, mit der Hand nach der Karaffe greifend] Jetzt gib' schon!! Und lege dich auch zu Bett, du sollst nicht die ganze Nacht hier rumhampeln! Oh, mein Bauch...

Josef: Weib, ist ja schon gut hier ist noch all-die äh der Wein da den die Winzer uns zum Osterfest gebracht haben.

Das Kind [brüllend und betrunken im Bauch]: Wäääh, jetzt säuft sie wieder! Gott sei Dank, hicks, Oh herr , lass mich rein oder besser raus, hicks. Ooooh Herr, mein Gott, mein Gott warum muss ich das hier verlassen?

Maria: Osterfest? Josef, was redest du von unbekannten Festen? Rede von keinem Fest, dass der Herr uns nicht gab’, sonst verbrennen sie dich später auf dem Scheiterhaufen!
Jetzt lass mich schlafen, das Kind, es rumohrt so in mir. [Josef blickt Maria verwirrt und mißtrauisch an] Schau nicht so mißtrauisch, der heilige Geist will, dass ich es austrage, und Gott dem Herrn, dem gehorchen wir!! [Darauf sinkt Maria erschöpft nieder und schläft ein]

Josef: Ich werde Sie verlassen , ich werde sie verlassen, aber dann ist sie mit dem Kind alleine

[Das Kind im Bauch, für Josef wahrnehmbar als Stimme]: Papa, ääh ... Ich bin der Engel des Herrn, und ich sage Dir, das Kind ist selbstgemacht vom heiligen Geist, denn der Kleine ist Gottes Sohn. Maria war rein und unbefleckt, verlasse sie nicht! Sei ihr Mann und ich werde Dich reich belohnen!
[Nach innengewandt und zu sich selbst]: Mein Ggggott, warum habe ich bloss so einen schweren Text und Job? O Herr! .... Augen auf, Ich koooomme! [Und wird einfach geboren]

Maria: Elia! Elia! Au, au, dieser Schmerz! Was macht der Herr mit mir? Oh dieser Schmerz! Es ist einfach so durch mich durch, oh Herr, warum dieser Schmerz?

[Ein Engel fährt hinab.]

Engel zu Jesus: Schau, was du getan hast, du ungeduldiges Ding! Befreie der Christus seine Mutter von den Schmerzen und lindere er fortan die Welt von ihrem Kummer!

[Maria sinkt seelig zusammen. ]

Jesus: Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein, ich kann atmen ich kann sehen, wäääähhh wääääh wäääh Oh Herr man schneide mir das Band durch das mich mit diesem Weib verbinde, ich habe die Welt zu retten sehr bald! Sie zu befreien von solch sündigen Menschen wie diese beiden!

[Josef eilt mit einer Holzschere herbei, nachdem er Gottes Stimme hörte] die befahl: Zerschneide das Band der Trennung, mein Sohn muss schnell gross werden und arbeiten. [Josef tat so und dachte:] Herr du bist mein Herr, mein Hirte

Der frisch geborene Jesus: Wäääääähh, wääääääh, wäääääh ,kein Palast, so eine Gülle, ich bin doch der König der Juden! Oh Herr !

Maria: [wieder erwacht] Josef! Josef! Oh, Trauer strömt in mein Herz, ich habe das Glück unter meinem Herzen verloren! Au! Sei doch vorsichtig!
Komm her mein Kleiner, komm zu Mama... [sie nimmt Jesus auf den Arm und setzt sich auf, Josef versucht ihr derweil die Nabelschnur durchzuschneiden. Ein gar unchristliches Bild] oh er schreit so Josef, sei doch vorsichtig! Schnell, es friert ihm, bring mir Tuch, bring mir Tuch, ich möchte ihn einwickeln. Hörst du nicht? Josef! Der heilige Geist wurde uns geboren, nun spute dich schon! [Sie wirft einen Babygral nach ihm]

Josef: Es ist doch schön Vater zu werden und dann auch noch Gottes Sohn, einfach geil! Nein das sagt mann später, einfach danke.

Jesus: Wäääääh wääääh , wääääh [Und blickt Mutter ins Gesicht und erspäht ihre Brust] Ich habe Hunger , Hunger , Hunger Hunger, und ich habe Durst!

Josef: Maria unserem Jungen dürstet, gebe ihm das, wo Milch und Honig in einem fliessen, Mensch Maria , gebe ihm die Brust!

Maria: Josef! Als Frau und Mutter weiß ich sehr wohl was ich zu tun habe, halte dich zurück!
[Macht ihre Brust frei] und starre nicht so! [gibt Jesus die Brust, der saugt sofort begierig] Oh! Oh! Das Kind, es verlangt so viel von mir! Oh Herr, die Aufgaben die du stellst saugen stark... sind schwer.

AAAAAAAAH!!!

[Drei Hirten platzen in das Feld des Geschehens, mit ihnen kommt der Geruch von modrigem Schaf und nachtfeuchter Wiese.]
Ihr Rüpel! Ihr Rüpel! Josef, vertreib sie! Dieses Wandervolk, kommen mit all ihrem Getier und Gesindel hier rein und glotzen eine fürsorgende Mutter an!

Josef: Ihr Hirten ,ich weiss es ist sehr kalt da draussen, aber hier drinnen hat eine alte Frau Lepra und deshalb schreit sie so laut. [die Hirten flüchten] Maria, wir sind so voller Gnaden, welch ein Glück, lass uns dem Herrn danken, und danach zur Ruhe gehen. Schau der Kleine hat so schön gegeseesn, putze dir aber noch die Brust.

[Jesus rülpst]

Josef: Welch ein gewaltiges Bbbbbäuerchen!

Maria (klopft dem kleinen Jesus auf den Hintern): Ach der Kleine! Josef, mein Josef, ich bin so seelig! (zieht ein WollTempo aus der Ziegenlederhandtasche und reibt sich die Brustknospen ab) Oh, Josef! Dieses Kind, es bringt mir große Glückseeligkeit! Jetzt nach der Geburt, spüre ich ein ganz neues Gefühl, dass meinen Körper durchfließt. Schau nur, wo ich es säugte, da wird mir wohl! Ach Josef! Mach dem Kind ein Bett, damit es schlafen kann!

Josef: Ich habe ihm erst heute morgen ein Bettchen aus Zedernholz gezimmert und die Hirten vom Felde liessen viel Wolle Heu und auch Stroh hier. Ich bin auch sehr glücklich, Maria der Herr hat mich akzeptiert. Und ich weiss jetzt das du keine von der Strasse sondern eine voll der Gnaden bist! [Josef sinkt ihr glücklich an die Seite und hält ihre Hand]

Jesus: [rülpst]: wääääääääääääääääääähhhhhhhhhh

Maria: Ach Josef, der Herr ist uns ein guter Hirte, auch wenn er uns auf verschlungenen Pfaden führt. Ich will mich nun zur Ruhe betten.
[Sie nimmt Jesus, wickelt ihn in Windeln und legt ihn in das Kinderbett aus Zedernholz]
Pass auf ihn auf, dein Weib wird nun schlafen!

[Maria schwindet in den Schlaf, da hört Josef Stimmen an der Tür. Beim Gang hinüber zur Tür:]

Stimme1: Bist du dir sicher?
Stimme2: Aber ja, ja hier ist es!
Stimme3: Und woher willst du wissen welches Kind es ist?
Stimme2: Das werden wir schon sehen, klopfen wir zunächst!

[Es klopft, Josef geht zur Tür, Maria, die es sich eben bequem gemacht hat, späht vom Sofa aus hinüber]

Josef: Wer ist da?

Alle drei: Wir sind gekommen um den neuen Heiland zu begrüßen!

Maria [krächzt]: sie wollen zu mir, sie wollen zu mir!

[Josef öffnet die Tür. Hinein kommen drei schwarze Tänzerinnen in unglaublich pompösen Glitzerkleidern. Jeder von Ihnen folgt ein kleiner weißer Junge, der eine große, reich verziehrte Schatulle in den Händen hält. Die Kleidung der Jungen ist jeweil farblich zu den Kleidern der Tänzerinnen abgestimmt, jedoch schlichter].

Josef: Wer seid ihr?

[Von nun an Gesang und Tanz.]

Tänzerin 2: Wir sind gekommen, einen furchtbar langen Weg...
Tänzerin 1: Um zu sehen, wohin der leuchtend Stern uns trägt....

Josef [spricht]: aber, wer seid ihr nun?

1: [nimmt seine Hände] Hey Josef, Hey Josef hör gut zu,
2: wir sind drei schöne Schwestern und tun noch gutes dazu.
3: Wir kamen einen langen Weg zu dir her,

Alle: um zu preisen das Kind, dass die [Blick auf Maria] dir gebähr..

Josef: Oh habt danke meine Damen, doch ich bin noch verwirrt,
bin doch fromm vor Gott und liege selten verkehrt...
Doch mitten in der Nacht habt ihr mich überrollt
weiß ich ja nicht was ihr meint und was ihr wollt...

1: Josef!
2: Josef!
3: Joseeeeeeeeef!
Alle: Hey Josef, Josef, Josef, weißt du nicht?
Das Kind, das du hast, ist das höchste Gericht!
Die Welt wird es heilen, jede Frau und jeden Mann,
wenn es jetzt noch klein ist, glaube wohl was es kann.
Lege ab alle Zweifel Josef sei kein Narr,
dein Kind wird erfüllen was noch nicht war!

[Josef stehe ratlos zwischen den Tänzerinnen, diese tanzen und singen um ihn herum, Goldregen fällt herab, der kleine Jesus steht unbemerkt an einer Hammond-Orgel und spielt den Takt, Maria schläft. Am Ende des Tanzes fällt Josef zu Boden und schläft ein. Die drei Jungen, die bisher im Hintergrund standen, schreiten vor zu Jesus]

Jesus: Das war einfach supreme, Danke ihr Damen!

Die erste Tänzerin: Aber, woher kennen Sie unseren Namen?

Jesus: Du bist Diana! [Jesus lächelt].

[Die Tänzerinnen verbeugen sich, die drei Jungen stellen die Schatullen vor Jesus ab. Die Tänzerinnen und die Jungen gehen in Verbeugung von der Bühne.]

Jesus: [zu sich selbst] und ich dachte es kämen nur Kaspar, Melchior und Balthasar...

[Jesus legt sich wieder hin. Maria steht auf, geht neugierig zu den Schatullen und öffnet sie. Darin ist Schmuck, Parfum und Seide. Sie behängt sich mit Klunkern, parfümiert sich und wickelt sich in eine seidene Robe. Sie jauchzt glücklich und legt sich wieder hin. Vorhang.]



Niels Walker & St. Veith

Seans Frankfurter Flughafenbriefe

(Sean Lawler)

In den 80er Jahren war der 2.größte Flughafen der Welt (immer noch?) sehr in den Schlagzeilen, auch wegen der Startbahnwestgeschichte. Überhaupt, der Flughafen ist heute so groß und mächtig und auch so dominant als Arbeitgeber und Wirtschaftskraft, das man vor dessen Größe und Professionalität in Ehrfurcht verfallen könnte. Doch unser amerikanischer Freund Sean Lawler machte dort eine Entdeckung, die man wohl als Überbein des Flughafens bezeichnen könnte. Und da im allgemeinen auch wieder in diesen Tagen das deutsch/amerikanische Verhältnis wegen vielerlei Versuchen der USA, in Deutschland was aufdecken zu wollen, nicht relaxed ist (BND-Affaire), trauen wir uns nicht, den Text einzudeutschen, damit nichts ursprünglich wichtiges von den Gegebenheiten verloren gehen kann. Erst Recht nicht nach unserem Bush-Interview (die Redaktion). So drucken wir unverfälscht und in akribischen Denglish-Deutsch den Text ab. Schließlich haben ja die Amis die Wahrheit schon immer mit Löffeln gegessen und auch Watergate aufgeklärt. Lesen Sie bei Gerd einfach GÖRD, usw...


an: gerd
thema: es adventet sehr

hallo gerd habe lang nichts von mr agave gehört ich nehme an er ist mit dir und deiner familie beschäftigt sage ihm einen lieben gruß von mir agave junior geht es gut er ist viel gewachsen und leistet mir oft gesellschaft gestern sagte er zu mir hallo katze sag mal wirst du auch weihnachten feiern wie die meisten menschen und ich sagte klar ist ein richtig schönes fest und er sagte wirst du auch ein vermögen bei media markt ausgeben wie die anderen und ich sagte ich bin doch nicht blöd konsum hat nicht viel mit weihnachten zu tun auch wenn es so aussieht wir feiern jesu geburt ach so ist das sagte er backst du ihm etwa eine torte mit zweitausend kerzen die nur ein heiliger orkan auspusten kann oder wirst du ihm vielleicht eine ente opfern dann fragte ich ihn sag mal du glaubst doch an zeebo richtig klar doch antwortete er und ich fragte weiter habt ihr irgendwelche feiertage die mit zeebo zu tun haben dann fing er an zu lachen meinst du zeebos geburtstag zeebo macht führerschein zeebo bekommt die weisheitszähne gezogen zeebo heiratet die korpulente königin von hawaii und so ein kram nein das hat zeebo gar nicht nötig und ich wurde etwas neugieriger und fragte wie sieht denn zeebo aus und er sagte keine ahnung so wie er aussehen will nehme ich an ich habe nie darüber nachgedacht und ich fragte ist er ein mensch oder ein elefant oder eine pflanze und er sagte er ist ganz einfach zeebo nur die menschen sind so beschränkt dass sie nur an jemanden glauben kann der so aussieht wie sie könntest du an jesus glauben wenn er ein baum oder ein fisch wäre oder elf finger hätte und stell dir vor er hätte keine sandalen sondern wanderstiefeln ihr menschen habt einfach keine vorstellungskraft wir müssen zeebo nicht in windeln wickeln noch auf einen esel setzen und ganz bestimmt nicht an einen baum nageln aber er freut sich wenn ihm einer gelegentlich zuhört denn er spricht ständig mit uns und ich fragte was sagt er dir gerade jetzt da war er einige sekunden still und antwortete er sagt ich soll dich nicht geistig überfordern

tochter zion freue dich


Sean Lawler

Die großen 8

(St. Veith)

Martin Sonneborn

Manchmal mag ich ihn nicht und die Maddie-Sache war auch nicht mein Stil, aber die Maddiesatire war berechtigt. Wie Tommies drauf reagierten und die doofen Eltern und die BildZeitung, Martin und der Hintner sowieso, ihr hattet recht.











Queen Elizabeth und Prinz Philip

Wenn man so einanander klebt wie ihr, dann muessen die Spermien und andere Klebstoffe englischer Prägung doch Weltspitze sein. Wie oft hat Phil Lisbeth betrogen, wir wissen es nicht. Aber sie können sich wenigstens immer noch in die Augen schauen und das schon so lange. Oder haben beide einfach nur einen Augenstarrkrampf ? Ich weiss es nicht.









Franz Müntefering

Der Herbert Wehner der Neuzeit ging im richtigen Moment heim zu seiner Frau, wohin er auch gehört. Nur ob ich so froh wäre wenn der Murr-Muffel jetzt täglich an meinem Krankenbett wäre ich weiss es nicht. Vielleicht liebt er ja seine Frau so sehr, dass er dann ganz sanft wie ein Lammm ist. Und das soll ja so sein.










Evelyn Haman

Die Frau an Loriots Seite und als Adelheid eine schrullige Mordaufklärerin starb an Lymphkrebs. Die Idee ihr ein paar Fernsehnächte zu widmen fand ich lobenswert. Sie war sehr würdig und bei sich und hatte keine Starallüren. Und echt lustig war sie auch, ohne auf Zoten zurückgreifen zu müssen. Sie ist dort wo sie hingehört: ...in unseren Herzen und in den ewigen Jagdgründen so Gott es will.








Smudo / Die Fantastischen Vier

Das besondere an ihm und auch an den Anderen ist das würdige Altern im Popgeschäft. Niemand macht das besser wie sie. Eine Dienstleistungstruppe ersten Grades. Warum nimmt man Ihm/Ihnen das ab, was sie tun? Weil sie nie die Nähe zu ihrem eigenen Leben verloren haben. Mittlerweile ist es eine solche Freude ihm begegnen zu können. Es wird noch einige tolle Dinge geben, mit denen sie Deutschland mit Niveau und Qualität auf artgerechte Weise musisch unterhalten werden. Ganz sicher.






Anne Will

Die Megalesbe. Jetzt sind Lesben in. Selbst Frau Frieser outet sich jetzt als solche. Und auch Rita Süssmuth schlief einmal mit Inge Meysel. Plötzlich ist das alles ganz gut so. Und ihre flotte Schnitte sieht auch geil aus. Da hat sich der Franz Josef Wagner aber gefreut. Lesbisch und sieht noch gut aus, meinte der sabbernd.









Manfred Schell

Der Ober-Lokführer streikt und streikt und haut dem pampfigen Mehdorn mächtig in seine arrogante Fresse. Und das ganze Gewerkschaftengestrüpp das zerschlagen werden soll in jasagende Trottel hält und lässt sich nicht niederschlagen. Gut, aber es sollte jetzt endlich auch was dabei rauskommen. Denn sonst geht das in anderen Berufsfeldern auch so weiter.









Helge Timmerberg

Unser bester Reiseschriftsteller ist im privaten Leben ein zurückgezogener, einfacher Mensch geblieben mit einer klaren Ausrichtung auf das Wesentliche. Trotzdem ist er irgendwie ein schreibender Popstar, mit viel Humor und Abgeklärtheit. Und als Mensch ein wohltuender Zeitgenosse


St. Veith

Gargantua - das letzte Gericht

(St. Veith)

Was essen wir, wenn wir essen wollen wie es uns unser Instinkt diktiert. Es gibt ja diese Instinkti-Essform, die aber sehr primitiv ausgelegt ist. Man isst da alles unverarbeitet höchstens Salz, Oel und Zitrone zum Würzen sind erlaubt. Das heisst das Fleisch bleibt roh, der Fisch auch, das Korn wird eingeweicht und so ernährt man sich dann bis zum Darmverschluss, danach braucht man gar nichts mehr zu essen.

Mein instinktives Essen erfordert eine tiefe Liebe zu sich selbst. Man vertraut sich, dass man das essen will, was man fühlt in dem Moment, auch wenn es einem seltsam erscheint und auch trippy, da manchmal recht einseitig, aber ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Hinzu kommt auch eine sehr einfache Verarbeitung und eine übersichtliche Zusammenstellung der Gerichte. Stellen wir mal was zusammen:

Ein Stück Minutenfleisch zum Braten und gleich verzehren oder ein Hacksteak auch nur mit Salz und Pfeffer gewürzt. Einen Buchweizen, damit es interessant wird, Speedy Schuhbeck würde ihn mit Bucheggern verwechseln, etwas anrösten in kaltgeschlagenem Disteloel und etwas Tiroler Butter, kleingehackte Zwiebeln beim Röstvorgang dazugeben, sowie getrocknetem Majoran, etwas Rotwein und Wasser,in 3facher Menge mehr als das Pseudo-Getreide, kurz aufkochen und dann abstellen fertig ist auch das. Frisches Sauerkraut aus dem Reformhaus, biologisch und naturell belassen, einfach auf den Tisch stellen und was für ein Gemüse nehmen wir noch dazu, einen Erdkohlrabi oder primitiv benannt, Dickrübe oder Saurübe, weil die Schweine sie so gerne mögen, wie ich auch. Diese Rübe schälen wir und reiben sie in der Reibe klein, dünsten in Palmfett etwas Knoblauch an und geben das Geriebene dazu und lassen es langsam dämpfen, bis es weich und gar ist. Als Salat, nach dem Sauerkraut das aber nackig bleibt schneiden wir einen Endiviensalat in dünne Scheiben, auch hier addieren wir Knoblauch hinzu, einen guten Weissweinessig, Pfeffer und Salz und ein Sonnenblumenöl. Dazu vielleicht in das Dressing addieren wir noch etwas Sesammus und fertig ist das Instinkti Mahl à la Gargantua für den Monat November. Und hier nochmal zur Uebersicht alle einzelnen Stationen zu dem Gericht.


Fleischstück Eurer Wahl, Sauce entsteht durch Aufguss mit Wasser, Wein oder Sahne,
Buchweizen, Markgräfler Art
Sauerkraut naturell
Erdkohlrabi, Tante Hedwig
Josefa Krausens Endiviensalat.

Wohl bekommts. Was ist daran das Besondere? Nach solchen Gerichten schreit im nebelverhangenen November unser Körper. Warum? Frag ihn mal, er wird es wissen und gerne essen.


St. Veith

Musik zur Zeit

St. Veith:

Es gab ein paar Enttäuschungen wie "Turin Brakes", aber auch "The Stars", die nun stehengebleiben sind und nun hoffen grosse Stars zu werden bei zugegeben hoher Qualität auch so ein Fall sind "The Coral" und unzählig andere, auch zu spät Entdeckte: die "Happy Mondays" sind auch wirklich gut, auch die Jose Gonzalez ist Klasse, aber ich lasse ja auch dieses Mal den Herrn Rasche auch hier zu Wort kommen und deshalb jetzt, diese Erwähnungen. Ach ja und bald gibt’s die neue "Black Mountain", bis dahin sollten die jetzt zu pflanzenden Haenflinge dann ja erntebereit sein.


The Hives - Black and white Album

Sie bringen was man von ihnen erwartet und noch etwas mehr, kontrolliert wild, frech und gut durchgestylt frisch und lebensnah. Wär ich 20 wäre ich ein grosser Fan von ihnen und würde mich vollständig mit dieser Musik identifizieren. So aber habe ich die gesamte Musikwelt gesehen und bin einfach nur froh dass es sie gibt. Es gibt immer wieder ein Leben nach einem weiteren Leben. Und die Evolution spiegelt sich auch immer wieder in der populären Musik wider. So auch hier. Sehr sympathisch. Und wennn ich Lust auf wild habe fröhne ich dem Hives-Hype.




Animal Collective - Strawberry Jam

In ihrem Genre sind sie jetzt Stars. Und dann fängt man auch gerne an mit den gewachsenen Muskeln zu spielen und etwas zu überdrehen um sich nur mehr Freiräume zu verschaffen. Denn das Feld ist noch nicht ganz bestellt. Wie das dann später klingen wird ihr Neofolk um ein Massenprojekt zu werden das ist noch nicht raus. Nur dass sie nach ganz oben wollen. Und so wie das hier klingt, kann das auch noch schief gehen. Es klingt noch ganz schön experimentell und wahnsinnig. Und das ist auch wirklich gut so. Erst weiter auf die Qualität gucken und durchaus auch auf den Geldbeutel gucken. Das ist wahrlich lebensbejahend wie auch ihre Musik. Nur die Drogen, die sie dabei nehmen müssen, sind es eher nicht. Abgefahren.


Miracle Fortress - 5 Roses

Aus Kanada kommt diese Band. Auch sie praktizieren eine Mischung aus Neofolk und Psychedelia mit Beach Boy Stimmen (gäääähn, ich weiss ,nur dieses Mal stimmts). Musik so ganz nah an deinen eigenen Atem angelegt, fast deckungsgleich, manchmal zum fast überhören. Aber nicht aus mangelnder Lautstärke, nein es ist eher so als sitzen sie atmosphärisch genau auf deinem eigenen Bewusstsein. Das ist so wie mit dem eigenem Gesicht. Du siehst es ja nie, du weisst aber dass du eines hast. Und ab und zu siehst du es ja im Spiegel. So eine Musik empfehle ich euch hier. Und ich denke, ich habe ein sehr interessantes Gesicht.



Figurines - When the deer wore blue

Sicher einer der besten Erscheinungen in diesem Jahr nach dem Motto: Dänen lügen nicht (O.M.Schmitt). Und das ist auch so, psychedelischer 60Sound, aber noch verlorener, verquaster wie damals. Mann wie kriegt der Sänger nur so seine Stimme so schön kaputt. Und diese angenehm penetranten Riffs und Meldodien. Und am meisten begeistert mich diese professionelle Hilflosigkeit im Ausdruck. Unentbehrlich. Und das aus Dänemark!!!!!!!!!!!!!!!!!!!






Grizzly bear - Friend EP
Eine so lange EP. Und was für Kräuter waren es dieses Mal, was ihr dieses Mal eingeschmissen habt? Steht ihr in Konkurrenz zu Animal Collective??? Ihr seid die Schrägsten, die Seltsamsten und hippieskesten!! Zufrieden? Macht Euch das glücklich?? Mich schon!! Wohin habe ich eigentlich mein Ashwaghanda verlegt??








Ween - La Cucaracha

Sie kennen Ween? Ok. Wie immer wird da stilistisch Schlitten gefahren, aber richtig Schlitten. Die Texte sind zynisch, geschmacklos und lustig, die Musik auch, die technische Qualität ist von Kreisklasse bis Weltklasse, wahrscheinlich ist das alles absichtlich. Es ist eine brutale Berg und Talbahnfahrt von allem was man hören will und was nicht. Und als man denkt, alles schön und gut, die CD ist bald fertig wann fangen sie endlich richtig an, dann tun sie das - aber wie sie das tun! Unfassbar die letzten beiden Stücke absolut grosses Kino. Erst am Schluss kapiert man, dass man sich hat vorher an der Nase rumführen lassen. Keine Band wird aber von solch einer Musik leben können.

Sie kennen Ween nicht? Dann gehen Sie vorher zum Psychiater und lassen sich durchchecken. Erst wenn Sie sicher sind, dass Sie gesund sind, tun Sie sich das an. Es liegt nicht an Ihnen was Sie da hören. Das ist so gewollt. Auch sind Ihre Ohren gesund. Viel Spass noch beim Hören.


Herr Rasche:

Cristian Vogel - The Never Engine (Tresor 231)

Die letzten beiden Alben von Cristian Vogel sind schwach ausgefallen und auch die Ausflüge in rockigere Gefilde sind einigermaßen verunglückt. Umso schöner, dass er mit "The Never Engine" mal wieder einen Treffer gelandet hat, der Herr Vogel. Wow, da sitzt jede Sequenz, jeder Bleep bohrt sich ins Hirn. Subtil im Aufbau, groß in der Wirkung. Da reißt es einem im Club bei voller Lautstärke auch nüchtern gerne mal die Latten vom Zaun. Kopflastig ist Cristian Vogel zwar auch heuer noch, verliert aber im Gegensatz zu vorherigen Werken nicht den Bezug zur Tanzfläche. "Moving high" schiebt einen schlichtweg vom Sessel, "Engine Undercover" quietscht wie Green Velvet und bei "Variant 1" ist mal alles zu spät. Cristian Vogel ist und bleibt ein Freak. Musik zum Sündigen.