Ein Klang von ozeanischem Blau

(Daphne Elfenbein)


Flüchtig gestreift den Traum
Den halb geöffneten Stern die
Angedrückte Mimose
Die Honigbiene beiseite geräumt
Von einer betrieblichen Durchsage von Schnee
Der über die Glaswölbung rutschte
Hat mir die Sicht betrübt
Sah ich in schimmernde Augen, suchte …
Den Traum
da schaute ein hungriges Kätzchen
Ein Hörnchen mit warmem Schnee
Im Becher warmen Schnee
Von Minusgraden ausgedehnt
Über eisglatten Pfützen

Ich sag dir alle Farben
Über die Sprechanlagen des Herzens
Nämlich dass wir über das Ohr
Verbunden mit dem selbstklebenden Glück
Das überall pflanzbar und
Ohne nennenswerte Betriebskosten

ich werde nicht aufhorchen vom Buch der Träume
Bis alle Schlesischen Püppchen gestrickt sind
Mit klammen Fingern
Für einen Hungerlohn
Für eine Blutsverwandtschaft worin
Verhältnisse zum Himmel schreien

Doch heute, sing ich dem hohen Gericht
mit ruhiger Hand:
Ich hab das Unerhörte gefunden
In den Abflussrohren monumentaler Ankündigungen
Trieb es zum Ozean.
Etwas von Blau klingt noch nach
In den vormals verschütteten Gängen

dass dieses Lied niemals ende
das Drama des kämpfenden Herzens
der blitzenden Klingen, Gelächter, Geschirre
ich folge dem Schlachtlärm und finde
Höhlen, wo sie sitzen und singen
in die Tasten schlagen und Hörner stoßen
zur Meeresmusik

Und wenn auch nur wenige Ohren hören
Und Honig strömt in Stößen aus dem innersten Kern
Den dürren Ästen den Frühling zu bringen
Sanfte Übung der Wüste
Gesänge der Leere
Brechungen des Lichts auf
Gerippen, Geländern, Gesichtern
Die nach höchster Verpflichtung rufen

Und Freude auch über das Schließen
Von Kreisläufen, Pakten, Umarmungen
Und die Schneemassen gleiten hinab
Von den Helmen anrückender Truppen
Nie gesehene Tresore versinken in Husten,
bis Blut kommt, bis Blut sich Bahn bricht,
und auf den Ventilator trifft und
den Raum der Träume eintaucht
in ozeanisches Blau

keine verriegelten Türen mehr
durchtrennte Häute, erpresste Geständnisse
Versprechen, die nicht länger halten als einen Tag
ich weiß nicht wie lang ich schon singe
ich betrete den Raum der Träume und
höre immer das gleiche Lied
und sing aus den Meeren das Meine
und so fühle, erfahre und höre auch du,
dicht und ganz nah am Schnee
am Ohr der Liebe

(Das alles steht j e tz t in den Sternen,
wo Kalk aus den bröckelnden Rippen rieselt
und die Tage abtauen
unter dem Beben stampfender Motoren)


Daphne Elfenbein